Gesundheitsschutz

Heben und Tragen
Heben und Tragen
Im Jahr 2000 fand zum ersten Mal eine Europäische Woche für Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz in allen Mitgliedstaaten der EU statt. Das Thema dieser Europäischen Woche war: „Gemeinsam gegen Muskel- und Skeletterkrankungen." Durch diese Kampagne konnten zwar Fortschritte in der Prävention erzielt werden, doch Muskel- und Skeletterkrankungen sind auch heute noch die Nummer Eins der arbeitsbedingten Erkrankungen. Um hier einen Durchbruch zu schaffen, wird es auch dieses Jahr wieder eine europäische Kampagne zu diesem Thema geben.
Heben und Tragen, die Frage: „Wie nehmen wir ihn denn?" von Hans Moser in dem legendären österreichischen Film „Hallo Dienstmann" aus dem Jahr 1952 gestellt, als es darum ging, einen übergroßen und schweren Koffer zu transportieren, beschäftigt uns auch heute noch. Inzwischen hat aber die Ergonomie und die Arbeitsmedizin uns für alle Arten der Muskel- und Skelettbelastungen den Weg gezeigt, wie wir Belastungen wirkungsvoll vorbeugen bzw. reduzieren können.
Muskel- und Skeletterkrankungen haben ihre Ursache nicht nur im Heben und
Tragen, sie umfassen ein breites Spektrum von Beeinträchtigungen der Gesundheit wie Rückenschmerzen, und Rückenverletzungen, arbeitsbedingte Erkrankungen der oberen Gliedmaßen, das bekannte RSI-Syndrom und der unteren Gliedmaßen.
Zu den physischen Ursachen von Muskel- und Skeletterkrankungen gehören neben der bereits erwähnten Lastenhandhabung vor allem falsche Körperhaltung, unpassende Bewegungen, extreme Bewegungswiederholungen, kraftintensive manuelle Tätigkeiten, Vibrationen, aber auch kalte Arbeitsumgebungen.
Auch wenn für derartige Erkrankungen nette Bezeichnungen wie Mausarm, Katzenbuckel oder Tennisarm gefunden werden, sie stellen eine massive Beeinträchtigung der Betroffenen dar, verursachen oft Krankenstände und hohe Kosten.
Falsche Körperhaltung, unpassende Bewegungen ergeben sich meist nicht zufällig, sie sind vielmehr die Folge schlecht geplanter Arbeitsabläufe. Rasche Abhilfe kann oft durch einfache Änderungen in der Arbeitsorganisation erreicht werden. Wie ist der Arbeitsrhythmus, gibt es repetitive Tätigkeiten, ist die Arbeit eintönig, wie sind die Arbeitszeiten, die Entlohnungssysteme, die psychosozialen Faktoren der Arbeit?
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Zahlen und Fakten:
- Nahezu 24 % aller Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in den 25 EU-Ländern klagen über Rückenschmerzen
- 22 % aller Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer haben Muskelschmerzen
- Muskel- und Skeletterkrankungen zählen zu den häufigsten arbeitsbedingten Erkrankungen in Europa
- In Österreich (lt. Handbuch der österreichischen Sozialversicherung, 2006) stehen die Muskel- und Skeletterkrankungen 2005 an zweiter Stelle hinter den Krankheiten der oberen Luftwege, das sind ca. 14 % aller Krankenstandsfälle und an erster Stelle mit ca. 21 % aller Krankenstandstage, das sind:
420.726 Krankenstandsfälle mit 7,296.006 Krankenstandstagen.
- Muskel- und Skeletterkrankungen beeinträchtigen die Lebensqualität der Betroffenen, verursachen Schmerzen und Behinderungen, aber es entstehen auch hohe Kosten für die Unternehmen und die Volkswirtschaft.
- Besonders gefährdet sind Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer aus dem Dienstleistungssektor, dem Bausektor, dem Einzelhandel, dem Gesundheitswesen, dem Hotel- Gaststätten- und Cateringgewerbe sowie dem Verkehrssektor.

